Wie heißt es nochmal so schön...
22 Jun 2006
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ein Unglück kommt selten allein! Jetzt war ich gestern mit meinem Auto das letzte Mal in der Werkstatt und es fährt endlich wieder so wie es soll. Zusätzlich hat mein Auto ja jetzt den Lack kaputt, weil ich vor 1 1/2 Wochen an der Frerener Straße durch die Waschstraße gefahren bin.


Mit dem Besitzer, Herrn Theilen, hatten wir auch schon ein Gespräch, der ist sich aber keiner Schuld bewusst! Er behauptet, das Auto hätte ja vorher schon so ausgesehen und wir hätten das immer in der Sonne stehen gehabt und deshalb sähe das so aus. Ich habe bestimmt 10mal versucht ihm zu sagen, dass mein Auto 4 Jahre lang jeden Tag in der Tiefgarage stand und zuhause auch in der Garage, es also kaum Sonne abbekam. Er ließ sich auf kein vernünftiges Gespräch ein. Er bot dann an das Auto zu polieren, für die Hälfte des läufigen Preises: 60 Euro. Hab sofort abgelehnt, unter den Umständen bin ich nicht bereit, dafür etwas zu zahlen. Sowas unverschämtes, er hat uns weder ausreden lassen, noch erklären lassen, wie das alles abgelaufen ist. Wir sind jetzt so weggefahren, haben noch mit nem Anwalt gedroht, aber ob wir zum RA gehen wissen wir noch nicht.


Wir haben dann gestern mit dem Mann von PitStop darüber geredet und für ihn ist ganz klar woher das kommt: Wenn man in die Waschstraße fährt, wird das Auto mit kaltem Wasser abgespritzt. Das Auto hatte sicherlich eine Temperatur von über 60°. Ihn wundert es nicht, dass das passiert ist.


Heftig oder? Also doch deren Schuld! Er riet uns bei der zuständigen Innung anzurufen und von dem Vorfall zu erzählen, die sind ganz fix bei sowas und machen denen die Hölle heiß.


Aber das ist mir im Moment ehrlich gesagt egal, denn durch Zufall entdecke ich heute in meinen Unterlagen, dass mein ALG II Anspruch am 30.06. endet und ich einen neuen Antrag stellen muss. Super! Ich also im Internet gesurft und so nen Antrag gefunden, fällt mir ein, dass ich ja gar nicht mehr familienversichert bin, da ich am 11.06. ja 23 Jahre alt geworden bin. Ich ruf also bei der Stadt Lingen an, bei meinem Sachbearbeiter, der, wie sich rausstellt, gar nicht mehr mein Sachbearbeiter ist. Dann erzähle ich also alles nochmal dem neuen Sachbearbeiter, der mich gleich mal anfährt, dass es ja ganz schön spät ist, einen Antrag zu stellen. Hab ihm gleich Kontra gegeben... Er erzählte mir dann, dass es nicht mehr möglich ist, dass meine Eltern es verweigern, mich zu unterstützen, d.h. meine Eltern und mein Bruder müssen Auskunft über ihre kompletten Ersparnisse und Einkünfte geben! Das ist ein neues Gesetzt ab diesen Monat. Ob ich überhaupt noch Anspruch auf ALG II habe ist eh fraglich.


Ist das alles nicht unfair? Ich tu doch wirklich alles was ich kann, um aus dieser Abhängigkeit Harzt IV loszukommen! Als würde ich nicht schon genug an mir selbst zweifeln, weil ich keine Arbeitsstelle bekomme. Das ist für mein Selbstwertgefühl nicht förderlich, kann ich euch sagen!


Was mach ich denn wenn ich kein Geld mehr bekomme! Ich bin dann auch nicht versichert! Wie soll ich meine Autoreperatur abbezahlen und die ganzen anderen laufenden Kosten wie Handy und Webhosting und die ganzen anderen Versicherungen und ab Juli auch noch 100 Euro monatlich für meine Zahnspange.


Man kommt nie auf einen grünen Zweig, egal was man tut, es folgt immer wieder etwas was einem den Boden unter den Füßen wegzieht.


Das alles würde natürlich auch jemanden ohne MS die Laune verderben, aber ich bin erstmal von Natur aus sensibel und die MS macht einen eh schnell anfällig fürs Heulen und verzweifeln. Es scheint einem ungerecht, als wäre man mit der Krankheit nicht schon genug gestraft. Müssen auch noch existenzielle Sorgen hinzukommen?


Ich freu mich schon auf den Tag, an dem ich sagen kann: ich habe "nur" MS, keine anderen Sorgen.


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